Wie gefährlich sind Bisse von Hechten? Droht Lebensgefahr?

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Ein Hechtkopf mit weit aufgerissenem Maul

Der Hecht mag zwar nur ein Fisch sein, jedoch sollte seine Beißkraft nicht unterschätzt werden. Während Erwachsene höchstens mit Wunden rechnen müssen, kann für Kinder sogar Lebensgefahr drohen. So gab es beispielsweise einen Vorfall in Österreich, wo ein siebenjähriger Junge von einem Hecht schwer verletzt und unter Vollnarkose operiert werden musste. Mit einem Maul von etwa 700 spitzen Zähnen, Diese sind nach hinten gebogen. Im schlimmsten Fall kann eine Begegnung mit einem Hecht tödlich enden. Zumindest für Kinder. Daher sollten Kinder niemals in Hechtgewässern schwimmen. Erwachsene hingegen können den Raubfisch ohne Verletzungen überwältigen. Unter Anglern ist er ein begehrtes Ziel und generell gilt der Hecht als beliebter Speisefisch. Bisse von Hechten sollten jedoch vermieden werden. Im Ernstfall (bei tiefen Wunden) raten wir dazu einen Arzt aufzusuchen. Ungeachtet des Alters und des körperlichen Befindens.

Erste-Hilfe-Zeichen

Hilfe ich wurde vom Hecht gebissen – so handeln Sie richtig:

In Notfällen (z. B. bei Kindern oder Verletzungen am Hals) direkt einen Krankenwagen rufen

  1. Sich beruhigen und der Lage bewusst werden
  2. Schauen ob sich der Hecht noch in der Nähe aufhält
  3. Vorsichtig aus der Gefahrenzone begeben
  4. Wenn erforderlich anderen Menschen helfen
  5. Die Wunde desinfizieren und kühlen
  6. Nach geraumer Zeit einen Arzt aufsuchen
  7. Schnell wieder genesen

Wahrscheinlichkeit Opfer eines Hechtbisses zu werden

An sich ist die Gefährlichkeit des Hechts als gering einzustufen. Ausgewachsenen Menschen können die Raubfische nur selten gefährlich werden. Bedenklich wären beispielsweise Verletzungen an der Halsgegend, was jedoch eher unwahrscheinlich ist. Bisse in Arme oder Beine sind wesentlich realistischer. Besonders aufpassen müssen Kinder. Für diese können die vom Hecht zugefügten Wunden sogar lebensbedrohlich sein. Das heißt jetzt nicht, dass Sie allen Schauergeschichten über den Hecht glauben sollten. Vorfälle sind selten und an sich wird der Hecht eher als Speisefisch, als mit einem gefährlichen Raubfisch assoziiert. Legenden über Hechte, denen ganze Familien zum Opfer fallen, sollten Sie daher nicht zu viel Glauben schenken. Nicht ohne Grund zählen Hechte zu der beliebtesten Beute von Anglern. Begegnen Sie den Fischen allerdings stets mit Respekt und versuchen Sie Badesessions in hechtreichen Gewässern zu vermeiden. Schließlich können Sie niemals wissen, wo der Hecht hineinbeißt. Besser also Sie respektieren den Hechtbiss.

Der Fall des kleinen Kilian aus dem Jahr 2015 hat viele Menschen erschüttert. Damals suchte der kleine Junge nur etwas Erfrischung. Doch die Abkühlung stellte sich als Gefahr heraus. Im Gewässer lauerte ein Hecht, der dem Jungen ernstzunehmende Verletzungen am Bein zuzog. Nach der Attacke folgte die Operation. Der siebenjährige Junge ist mittlerweile vollständig genesen. Jedoch hat er weiterhin Narben, die ihn sein Leben lang an diesen Vorfall erinnern werden: Eine trügerische Hechtattacke. Solche Angriffe kommen auch in Deutschland vor. Allerding sind die Zahlen sehr schwammig, da die meisten Vorfälle nicht gemeldet werden. Operationen sind also eher die Ausnahme als die Regel. Dennoch sollten Sie das Thema Hecht niemals unterschätzen. Der beliebte Speisefisch ist ein Raubtier mit vielen Zähnen. Blutige Verletzungen können also keineswegs ausgeschlossen werden. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs nicht zu hoch.

Bildnachweise:
© Wolfilser
© Dian Elvina

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