Spüren Fische Schmerzen? 4qua klärt Sie auf!

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Mann hält Fisch in der HandBis heute konnte die Wissenschaft nicht feststellen, ob Fische Schmerzen spüren beziehungsweise ein mit Säugetieren/Menschen vergleichbares Schmerzempfinden haben. Daher ist die Debatte ob Angeln Tierquälerei ist und verboten werden sollte, bis heute nicht vollständig geklärt. Derzeit gibt es vor allem zwei wissenschaftliche Positionen, die sich gegenseitig widersprechen. Diese möchten wir in unserem Artikel näher aufführen. Dabei gehen wir auch darauf ein, welche Fische (wenn ein Schmerzempfinden vorliegt) überhaupt in der Lage wären Schmerzen zu verspüren. Eins vorweg: Leider können auch wir Ihnen keine plausible Antwort geben. Jedoch werden Sie sich nach Lesen dieses Artikels selbst eine Meinung bilden können. Wir würden uns freuen, Sie uns diese in unserer Umfrage mitteilen. Viel Spaß beim Lesen!

Was denken Sie ĂĽber das Schmerzempfinden von Fischen?

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Position 1: Wahrnehmung ja, Schmerzen nein

Die erste Position wird von zahlreichen Wissenschaftlern vertreten und ist auch der Grund, weswegen Fischen kein Schmerzempfinden nachgesagt wird. Fakt ist, dass Fische Rezeptoren für Schmerzen besitzen. Diese werden in der Fachsprache als Nozizeptoren bezeichnet. Allerdings sind Fische nicht mit dem Menschen vergleichbar. Bei uns senden die Schmerzrezeptoren elektrische Signale über Nerven und das Rückenmark zu unserem Neokortex (Großhirnrinde). Im Gegensatz zum Menschen haben Fische jedoch keine Großhirnrinde. Daher ist anzuzweifeln, ob sie tatsächlich eine Schmerzfähigkeit haben. Vielmehr gehen Wissenschaftler dieser Position davon aus, dass Fische Schmerzen zwar wahrnehmen können und darauf regieren, diese jedoch nicht als Leid empfinden.

Diese Position wird dadurch gestärkt, dass potente Schmerzmittel bei Fischen praktisch wirkungslos sind. Selbst Morphin oder andere Opiate, zeigen bei Fischen keine Wirkung. Lediglich bei sehr hohen Dosen ist eine Reaktion zu erwarten. Wir reden wir hier von einer Dosierung, die für Säugetiere tödlich wäre. Jedoch gibt es auch Versuche, bei denen Fischen Schmerzen zugefügt wurden und diese die Möglichkeiten hatten, in ein Becken mit Schmerzmitteln zu schwimmen. Dabei konnte beobachtet werden, dass dies die Fische auch taten. Jedoch reagieren Fische meist kaum auf Eingriffe. Selbst solche, die beim Menschen oder auch anderen Tierarten starke Schmerzen hervorrufen würden.

Position 2: Ein mit Säugetieren vergleichbares Schmerzempfinden

Obwohl die erste Position stärker vertreten ist, sind weiterhin viele Wissenschaftler davon überzeugt, dass Fische ein mit Säugetieren (auch dem Menschen) vergleichbares Schmerzempfinden haben. Es wird unter anderem davon ausgegangen, dass der Neokortex womöglich gar nicht notwendig ist. Vielleicht brauchen die Fische gar keine Großhirnrinde, um Schmerzen empfinden zu können. Schließlich nutzen nicht alle Tierarten dieselben Hirnareale für dieselben Dinge. Das ist wissenschaftlich belegt. Vögel nutzen zum Sehen beispielsweise andere Hirnareale als Menschen. Warum also, sollte es bei Fischen und Schmerzen anders sein? Eine plausible Theorie, die zwar nicht belegt, jedoch auch nicht bestritten werden kann. Außerdem gibt es Untersuchungen, die diese Annahme bestärken.

Eine davon ist ein Versuch von Victoria Braithwaite. Die renommierte Verhaltensforscherin hat einen Versuch durchgeführt, bei dem Forellen anästhesiert wurden und Essigsäure ins Maul gespritzt bekamen. Die Fische reagierten damit, dass sie nicht mehr aßen, ihren Fluchtreflex verloren und zudem einen stark erhöhten Herzschlag hatten. Doch damit nicht genug. Die Fische suchten sogar eine harte Oberfläche, um ihre Mäuler daran zu reiben. Im Grunde also Reaktionen, die auch von Säugetieren zu erwarten wären. Im Grunde ist dieser Versuch mit einer Schnittverletzung beim Menschen vergleichbar. Jedoch ist weiterhin nicht belegt, ob es sich hierbei lediglich um eine Reaktion oder wirklich um echtes Schmerzempfinden handelt.

Welche Fische wären überhaupt in der Lage Schmerzen zu verspüren?

Hai im Wasser

Obwohl bis heute nicht geklärt ist, ob Fische Schmerzen empfinden, ist natĂĽrlich interessant zu wissen, welche Fische dazu ĂĽberhaupt in der Lage wären. Bei Knorpelfischen ist ein Schmerzempfinden gänzlich ausgeschlossen.  Das liegt schlicht und einfach an der Tatsache, dass diese Fische keine Nozizeptoren haben. Zu den Knorpelfischen zählen Seekatzen, Rochen und Haie. Bei diesen „primitiven“ Fischen ist also praktisch sicher, dass diese kein Leid verspĂĽren können. Anders sieht es hingegen bei den Knochenfischen aus. Hierunter fallen beispielsweise Forellen, Karpfen und Zander. Im Grunde also alle gängigen Fischarten. Diese haben Nozizeptoren, wären also theoretisch in der Lage Schmerzen zu empfinden. Jedoch sollte hierzu auch angemerkt werden, dass die Zahl der Nozizeptoren im Vergleich zu uns Menschen ziemlich gering ist.

Sie sehen also, dass das Thema ganz schön komplex ist. Daher kann auch unser Team Ihnen leider keine konkrete Antwort auf diese Frage geben. Wir gehen jedoch davon aus, dass Fische zumindest ein geringes Schmerzempfinden haben und gewissermaßen auch Leid verspüren können. Allerdings sind auch wir skeptisch, ob dieses mit Schmerzen bei Säugetieren und Menschen vergleichbar ist. Es bleibt also abzuwarten, was für wissenschaftliche Erkenntnisse in der Zukunft noch kommen werden. Schließlich ist die Forschung zum Schmerz beim Fischen noch recht jung. Übrigens sind Fische keineswegs dumme Tiere. Manche Arten sind lernfähig, haben ein gutes Gedächtnis und in gewisser Weise auch ein Sozialleben.

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