Thrombektomie – Hoffnung für Opfer von Schlaganfällen durch neue Therapiemöglichkeit

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Schlaganfälle, die auch als Gehirnschläge oder Hirnschläge bezeichnet werden, sind die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Sie treten plötzlich auf und kennzeichnen sich durch Ausfall von Funktionen des Zentralnervensystems und Störungen der Blutzufuhr des Gehirns. Bei einem Schlaganfall gilt es schnell zu reagieren, da ansonsten irreversible Schäden, oder gar der Tod die Folge sein können. Das ist auch der Grund, wieso bei vielen Schlaganfallpatienten jede Hilfe zu spät kommt. Dank einer neuen Therapiemöglichkeit, gibt es aber neue Hoffnung.

Bisherige Behandlungsmöglichkeiten bei einem Schlaganfall

Bis vor kurzem galt ein sehr enges Zeitfenster von maximal 6 Stunden, um das verstopfende Blutgerinnsel bei einem Schlaganfall zu entfernen. Zwar gab es diesbezüglich Ausnahmen, diese waren jedoch ausgesprochen selten. Gerade für Patienten, welche die Symptome eines Schlaganfalls falsch eingeschätzt haben, oder die plötzlich mit den Folgen eines Schlaganfalls aufgewacht sind, war es infolgedessen für eine Behandlung oftmals viel zu spät. In einem früheren Stadium erfolgt eine solche dabei in der Regel durch die Gabe von bestimmten Medikamenten, welche das Blutgerinnsel auflösen sollen. Die Medikation wird dabei intravenös verabreicht. In späteren Stadien kann auf diese Weise allerdings lediglich verhindert werden, dass sich neue Gerinnsel bilden. Zumindest war das bis dato der Fall. Mittlerweile gibt es nämlich eine neue und überaus effiziente Behandlungsmethode.

Symptome eines Schlaganfalls – wann ärztliche Hilfe zwingend notwendig ist:

  • Schlagartig auftretende sehr starke Kopfschmerzen
  • Sprachstörungen oder Verlust des Sprachvermögens
  • Einseitige Taubheitsgefühle
  • Weitere Formen von Lähmungserscheinungen
  • Sehstörungen bis hin zur kurzzeitigen Erblindung
  • Schwindelgefühle und Gleichgewichtsstörungen
  • Eingeschränkte Ausdrucksfähigkeit
  • Eingeschränkte Verständnisfähigkeit
  • Plötzliche Bewusstlosigkeit
  • Befremdliches Empfinden
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Verwirrung und Orientierungslosigkeit
  • Plötzliche Schluckstörungen
  • Herunterhängendes Augenlied
  • Erschlaffung einer halben Gesichtshälfte

Die hier dargestellten Symptome können sich bei Männern und Frauen unterscheiden. Sollte eines, oder mehrere dieser Symptome plötzlich auftreten, so empfehlen wir Ihnen unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Mit einem Schlaganfall ist nämlich nicht zu spaßen. Desto schneller gehandelt wird, desto besser stehen die Chancen auf Heilung.

Achtung: Migränepatienten und Hypochonder

Diese Symptome können auch oft im Rahmen einer Angststörung auftreten. Am häufigsten sind diese Symptome bei Menschen mit einer Migräneaura oder Hypochondern zu finden. Nicht alle Symptome treten in diesen Fällen auf, allerdings sollte man beim ersten Auftreten einer Migräneaura zum Arzt gehen. Wenn Sie jedoch an einer Angststörung, vor allem in Verbindung mit Ihrer Gesundheit leiden, sollten Sie sich keine allzu großen Sorgen machen! Wir zeigen Ihnen welche Symptome parallelen zu einem Schlaganfall haben. Treten bei der jeweiligen Gruppe nur diese Symptome auf und sie sind innerhalb von 2 Stunden verschwunden, können Sie davon ausgehen, dass mit Ihnen alles in Ordnung ist. Aus rechtlichen Gründen wollen wir aber wie man es sonst immer im Internet liest sagen, dass wir keine Ärzte sind und Sie solche Symptome bei einem Arzt abklären müssen. Aber machen Sie sich aufgrund dieser Aussage nicht verrückt! Hier sehen Sie die jeweiligen Betroffenen und mögliche harmlose Symptome, die mit einem Schlaganfall verwechselt werden könnten:

Mann mit einer Panikattacke
© studiostoks

Hypochonder:

  • Sprachstörungen
  • Taubheitsgefühle (vor allem die Klassiker wie einseitig im Arm oder Bein)
  • Sehstörungen (vor allem Blitze und Funken)
  • Abnahme der Verständnisfähigkeit (neben sich stehen)
  • Auffälligkeiten der Augenlieder (man bemerkt minimale Unterschiede und überbewertet diese)
  • Schwindelgefühle und Gleichgewichtsstörungen (Der Klassiker)
  • Je nach Ausprägung kann auch eine Bewusstlosigkeit auftreten (sehr selten und harmlos)
Migräne
© studiostoks

Migräneaura:

  • Sprachstörungen
  • Taubheitsgefühle (Auch hier meist einseitig)
  • Sehstörungen (Blitze, Flimmerskotom, Funken, Tinnitus und weitere)
  • Stark auftretende Kopfschmerzen
  • Verwirrung
  • Übelkeit
  • Befremdliches Empfinden

Wenn Sie an beidem leiden können Sie sich beinahe zu 100% sicher sein, dass es sich bei Ihren Symptomen weder um einen Schlaganfall, noch um eine Ischemische Attacke handelt. Hypochonder sollten an dieser Stelle keinesfalls danach suchen. Diese würden weitere Symptome bemerken und es könnte zu einer Panikattacke führen. Diese Symptome können auch während einer Panikattacke auftreten, auch wenn man diese nicht bewusst wahrnimmt. Dies geschieht manchmal zu Beginn einer medikamentösen Behandlung. Wie haben häufiger mitbekommen, dass gerade stimulierende Medikamente wie Lamotrigin dazu führen, dass Panikattacken nicht durchbrechen. Diese äußern sich dann anfangs häufig mit diesen körperlichen Symptomen. Auch hier sind die Ursachen also meist harmlos. Beruhigen Sie sich und gehen Sie eine runde spazieren. Essen Sie etwas, trinken etwas Wasser oder meditieren Sie. Sollten diese Symptome (sehr unwahrscheinlich) nach mehreren Stunden nicht abklingen – meist deutlich schneller – begeben Sie sich zum Arzt oder ins Krankenhaus. Eine Migräneaura kann auch direkt beim Aufwachen auftreten. Eine Angstattacke normalerweise nicht. Darauf sollten Sie auf jeden Fall achten!

Thrombektomie als neue Therapiemaßnahme bei Schlaganfällen

Dank einer neuen Behandlungsmethode, die kürzlich von US-Wissenschaftlern entdeckt wurde, hat sich das Zeitfenster für Schlaganfall-Patienten deutlich erweitert. Prinzipiell liegt dieses bei immerhin 16 Stunden, was die Heilungschancen natürlich erheblich erhöht. Zwar kommt nicht jedes Opfer eines Schlaganfalles für die Form der Behandlung infrage, dennoch kann man von einem enormen medizinischen Fortschritt sprechen. Die Therapie erfolgt dabei durch das Legen eines Katheters von der Leiste aus durch die große Körperschlagader bis ins Gehirn. Anschließend wird das Blutgerinnsel herausgezogen, welches die Hirnarterie verstopft. Bereits in zahlreichen Fällen, konnten auf diese Weise Patienten behandelt werden, welche das übliche Zeitfenster von 6 Stunden deutlich überschritten hatten. Übrigens fand diese Methode sogar schon in Deutschland Verwendung. So wurden beispielsweise im Universitätsklinikum Heidelberg bereits mehrere Schlaganfall-Patienten mit Thrombektomie erfolgreich behandelt. Die neue Therapiemöglichkeit wird sogar schon in Wikipedia und anderen Lexika erwähnt.

 

Dank Thrombektomie können Schlaganfall-Patienten, die das Zeitfenster von maximal 6 Stunden überschritten haben, dennoch behandelt werden. Infolgedessen werden wesentlich weniger Patienten schwere Folgeschäden erleiden, oder gar sterben. Bei einer Thrombektomie beträgt das Zeitfenster nämlich 16 Stunden, was ein erheblicher Fortschritt ist. Leider ist die Behandlungsmethode nicht immer anwendbar. So oder so sollte keine Sekunde unnötigerweise vergeudet werden. Bereits kleinste Anzeichen eines Schlaganfalls sollten sehr ernstgenommen werden, da ein akuter Notfall vorliegen kann. Schließlich sind Hirnschläge weiterhin die dritthäufigste Todesursache in Deutschland und generell eine der weltweit häufigsten Todesursachen. Leiden Sie jedoch an Migräne, sollten Sie sich keine allzu großen Sorgen haben. Migränepatienten haben seltener Schlaganfälle als der Rest der Bevölkerung!

Thrombektomie – Hoffnung für Opfer von Schlaganfällen durch neue Therapiemöglichkeit
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