Steckbrief: Königskobra

 

Steckbrief: Königskobra

Giftnattern:Lebensraum: Gefährdung: Größe: Ernährung: Feinde: Gift: Haltung:
Königskobra:

  • Tropen Süd- und Südostasiens


  • laut IUCN gefährdet


  • Im Schnitt 3 bis 4 Meter

  • Größen von 4 bis 5,5 Meter möglich


  • überwiegend kleine und mittelgroße Schlangen, andere Reptilien z. B. Echsen


  • Mungos, andere Königskobras


  • neurotoxisches Gift mit mittlerer Toxizität

  • bei einem Biss große Mengen an Gift – selbst für Menschen Lebensgefahr!

  • Gift führt u. a. zu Lähmungen, Halluzinationen und Atemstillstand


  • prinzipiell möglich, jedoch mit vielen Auflagen verbundenI

  • keine Anfängerschlange!

Eine majestätische Königskobra

Biss und Gift der Königskobra – Vorsicht Gefahr!

Königskobras sind sehr große Giftnattern und verfügen über einen kräftigen Biss, der auch für einen ausgewachsenen Menschen sehr schmerzhaft sein dürfte. Jedoch sind die Schmerzen allein an sich nicht das wesentliche Problem. Königskobras, wie zu erwarten, verfügen nämlich über ein Gift mit mittlerer Toxizität. Das Problem liegt allerdings nicht am Gift allein, sondern an der Tatsache, dass bei einem Biss eine hohe Menge an Gift abgesondert wird. Aus diesem Grund ist der Biss für Menschen meist tödlich. Im Falle eines Bisses drohen starke Schwellungen, Halluzinationen, Lähmungen und Atemstillstand. Dennoch muss man sich keine übermäßigen Sorgen machen. Königskobras sind nämlich sehr selten und zudem nicht sonderlich aggressiv. Außerdem kommen die Tiere normalerweise nicht in von Menschen bewohnten Gegenden, sondern ausschließlich im Regenwald vor. Und auch dort, wird man i. d. R. schon etwas tiefer hineingehen müssen um auf Königskobras zu treffen. Sollte man jedoch tatsächlich gebissen werden, so muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden! Mit dem Biss der Königskobra ist nämlich nicht zu spaßen. Nach etwa 2 bis 10 Stunden trifft unbehandelt (voraussichtlich) der Tod ein.

Der Lebensraum der Königskobra

Königskobras leben in tropischen Gegenden und kommen dort überwiegend in Waldgebieten vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Süd- und Südostasien. Die Königskobra kommt so z. B. in Indien, Indonesien und Myanmar vor. Neben tropischen Regenwäldern, werden auch andere Habitate bewohnt. So finden sich Königskobras z. B. in Mangrovenwäldern/-sümpfen. Die große Giftschlange kann sogar auf Plantagen vorkommen, was in der Vergangenheit schon für den ein oder anderen Bissunfall führte. 

Größe, Gewicht und Lebenserwartung von Königskobras

Zwischen den einzelnen Habitaten gibt es zwar Unterschiede, jedoch lassen sich dennoch ungefähre Werte für Größe, Gewicht und Lebenserwartung der Königskobra festmachen. Die Giftnattern werden i. d. R. 3 bis 4 Meter lang, jedoch wurden auch schon wesentlich größere Tiere gesichtet. Es können sogar Größen von 4 bis 5,5 Metern erreicht werden. Das größte gefundene Exemplar, welches im Süden Thailands gefunden wurde, maß sogar eine Größe von 5,59 Metern. Ein hohes Gewicht bringt die Königskobra deswegen aber nicht auf die Waage. Das Körpergewicht liegt meist bei circa 6 Kilogramm. Bezüglich der Lebenserwartung finden sich unterschiedliche Quellen und Ansichten. Daher kann pauschal nur schwer gesagt werden, was für ein Alter eine Königskobra realistisch erreichen kann. Angesichts des derzeitigen Forschungsstandes, kann man allerdings von einem Alter von 18 bis 28 Jahren ausgehen. Wobei es sich auch hierbei nur um einen ungefähren Richtwert handelt.

Diese Beute sollte der Königskobra besser nicht über den Weg laufen

Königskobras ernähren sich überwiegend von kleinen bis mittelgroßen Schlangen, welche den Hauptbestandteil des Beutespektrums bilden. Diese werden dabei meist gebissen und anschließend bis zu ihrer Bewegungsunfähigkeit, oder gar dem Tod festgehalten. Neben anderen Schlangen, erbeutet die Königskobra aber gelegentlich auch andere Reptilien. In der Regel handelt es sich dabei um Echsen. Mäuse und Ratten, sowie andere Säugetiere, gehören überraschenderweise nicht zum regulären Beutespektrum der Königskobra, was für Schlangen dieser Größe doch recht untypisch ist.

Feinde der Königskobra – diese Tiere werden selbst dem König des Dschungels gefährlich

Königskobras sind groß, schnell und verfügen über ein tödliches Gift. Infolgedessen haben sie nicht viele natürliche Feinde. Dennoch ist die Königskobra nicht gänzlich sicher. Besonders Mungos machen ihr das Leben schwer. Die Raubtiere machen nämlich gezielt auf Kobras Jagd und weichen deren Angriffen aus, wodurch die Schlange schnell ermüdet wird. Das macht sie zu einer leichten Beute. Sollte ein Mungo dennoch mal erwischt werden, so ist das oft kein größeres Problem, da das dicke Fell i. d. R. ausreichend Schutz bietet. Abgesehen von Mungos, müssen sich Königskobras lediglich vor den eigenen Artgenossen fürchten. Königskobras gehören nämlich zu den Arten, wo Kannibalismus keine Seltenheit ist. Abgesehen von diesen beiden Feinden, ist die Königskobra aber weitgehend sicher. Lediglich der Mensch stellt eine Gefahr dar. So geraten Königskobras oft in Gefangenschaft, weil sie beispielsweise von einem Schlangenbeschwörer für den Gelderwerb genutzt werden.

Was es beim Kauf einer Königskobra zu beachten gilt

Die Königskobra steht unter Artenschutz und wird von der IUCN als gefährdet eingestuft. Dementsprechend ist eine Haltung zwar prinzipiell möglich, jedoch mit gewissen Auflagen verbunden. Eine Meldepflicht und ein Befähigungsnachweis zum Umgang mit Giftschlangen sind dabei unausweichlich, da es sich um ein potenziell gefährliches Tier handelt. Des Weiteren gibt es noch weitere Regelungen, die es auf jeden Fall zu beachten gilt. Diese können jedoch von Bundesland zu Bundesland variieren.  So ist die Lage in Baden-Württemberg beispielsweise vergleichsweise locker. Reptilienliebhaber haben hier tatsächlich einen enormen Spielraum und können prinzipiell nahezu jedes Reptil halten. Vorausgesetzt natürlich, dass mögliche Auflagen (z. B. artgerechte Haltung) erfüllt werden können. Es handelt sich bei der  Königskobra jedoch nicht um eine Anfängerschlange, weswegen Laien sich lieber für die Haltung einer anderen Schlangenart entscheiden sollten.

Dokumentation

Bildnachweise:
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