Der giftigste Pilz der Welt – dieser Fungus ist hochgefährlich!

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Der berüchtigte grüne Knollenblätterpilz

Im Grunde kann nur schwer gesagt werden, welcher der giftigste Pilz der Welt ist. Das liegt zum einen daran, dass noch nicht alle Pilzsorten bekannt oder hinreichend erforscht sind. Zum anderen ist es schwer ein klares Statement zu treffen, da es sehr viele potentiell gefährliche Giftpilze gibt. Welches der Gifte davon für den Menschen am tödlichsten ist, lässt sich oft nur schwer sagen. Dennoch gibt es einen Pilz, den wir als den giftigsten der Welt erachten. Im Gegensatz zu vielen giftigen Tieren, ist dieser jedoch nicht nur in fernen Ländern beheimatet. Besagter Pilz kommt auf fast allen Kontinenten vor und ist auch in Deutschland verbreitet. Aus diesem Grund sollten Sie niemals ohne hinreichende Erfahrung Pilze sammeln. Ansonsten droht die Gefahr einer tödlichen Vergiftung. Zumal der Pilz leicht verwechselt werden kann. Ein Spitzname des Pilzes ist übrigens „Grüner Mörder“. Das sagt eigentlich schon alles.

Anzeichen einer Vergiftung mit dem Grünen Knollenblätterpilz:

Erste Phase:

  • Krämpfe
  • Starkes Erbrechen
  • Plötzliche Übelkeitserscheinungen
  • Kolikartige Bauchschmerzen
  • Unangenehme Durchfälle
  • Rapider Kraftverlust

Zweite Phase:

  • Keine Symptome

Dritte Phase:

  • Blutungen
  • Leberschäden
  • Nierenschäden
  • Zellschädigung
  • Komatöse Zustände
  • Herz- und Kreislaufschwäche
  • Atemlähmung (Tod)

Grüner Knollenblätterpilz – ist der Massenmörder noch zu stoppen?

Schwarzer Totenkopf

Obgleich es umstritten ist, ob der Grüne Knollenblätterpilz als der giftigste Pilz der Welt gewertet werden kann, so steht wohl außer Frage, dass er der weltweit gefährlichste Pilz ist. Dementsprechend hat er sich auch den Ruf als giftigster Pilz redlich verdient. Tatsächlich gehen rund 90% der tödlich verlaufenden Pilzvergiftungen auf den Grünen Knollenblätterpilz zurück. Darunter auch viele Todesopfer in Deutschland. Der Grüne Knollenblätterpilz kann also zu Recht als Massenmörder unter den Pilzen bezeichnet werden. Das ist aber nur einer von vielen Namen, die dem Giftpilz gegeben werden. Andere verwendete Bezeichnungen sind beispielsweise Grüner Gift-Wulstling und Grüner Mörder.

Doch nicht nur die extreme Giftigkeit machen den Grünen Knollenblätterpilz zu einem unangenehmen Zeitgenossen. Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass er gerne mit dem beliebten Wiesenchampignon verwechselt wird. Diese Verwechslung lässt sich durch hinreichende Erfahrung beim Pilzsammeln jedoch vermeiden. Der Grüne Knollenblätterpilz hat nicht nur eine unten deutlich abgesetzte Knolle, sondern besitzt auch weiße Lamellen. Der Wiesenchampignon hat hingegen (je nach Stadium) entweder bräunliche oder rosafarbene Lamellen. Eine Unterscheidung ist also möglich.

Gift und Letalität des Grünen Knollenblätterpilzes

Der Giftpilz enthält sowohl Amatoxine als auch Phallotoxine. Gefährliche Bestandteile sind unter anderem das Amanitin und Phalloidin.  Während das Amanitin im Magen-Darm-Trakt schnell verschmilzt und resorbiert wird, spielt das Phalloidin bei der Zerstörung der Leberzellen eine wichtige Rolle. Eine Knollenblätterpilzvergiftung kann zu Leberversagen führen und tödliche Folgen haben. Daher ist eine unverzügliche Behandlung zwingend notwendig. Eine letale Wirkung ist bereits bei Kleinstmengen möglich. Wer hohe Mengen des Giftpilzes verzehrt, hat infolgedessen deutlich verringerte Überlebenschancen.

Ein Blick auf die Sterberaten genügt, um sich der Gefährlichkeit dieses Pilzes bewusst zu werden. Bei Erwachsenen liegt die Letalität bei 8% bis 22%. Das ist bereits sehr hoch. Bei Kindern sieht es hingegen noch schlimmer aus. Bei Kindern unter 10 Jahren beträgt die Sterberate etwa 50%. Diese Werte gelten leider auch dann, wenn eine rechtzeitige Behandlung eingeleitet wird. Unbehandelt ist das Todesrisiko sogar noch höher. Sollten bereits irreversible Schäden eingetroffen werden sein, kann im Grunde nur noch eine Transplantation helfen.

So läuft eine Vergiftung mit dem giftigsten Pilz der Welt ab

Warnschild für GIft

Eine Vergiftung mit dem Grünen Knollenblätterpilz lässt sich in drei Phasen unterteilen. Die Anfangsphase ist erst einmal sehr ruhig, da es einige Zeit braucht, bis sich die Vergiftung bemerkbar macht. Nach einem Zeitfenster von etwa 8 bis 40 Stunden treten dann die ersten Symptome auf. Es kommt dabei zu heftigen körperlichen Reaktionen. Darunter Bauchschmerzen, Durchfall und Krämpfe. Das ist jedoch nur ein kleiner Teil der Beschwerden, die infolge einer Knollenblätterpilzvergiftung auftreten können.

Die Symptome sind aber an sich gar nicht das Problem, da diese nach einiger Zeit wieder abklingen. Allerdings sollte man sich hiervon auf keinen Fall täuschen lassen. Eine Vergiftung mit dem Pilz kennzeichnet sich nämlich durch eine symptomfreie Phase, die bis zu einem Tag anhalten kann. Daraufhin folgt die dritte und letzte Phase. Sollte bis zu diesem Zeitpunkt keine Behandlung eingeleitet worden sein, liegt eine hohe Letalität vor. Nun treten massive Leberschäden, Zellschädigungen und weitere schwerwiegende Folgen ein. Nach drei oder vier qualvollen Tagen kommt es schließlich zur Atemlähmung und somit zum Tod. Häufig fällt der Patient davor ins Koma.

Warum Sie sich niemals von dem Geschmack eines Pilzes täuschen lassen sollten

Viele Menschen denken, dass sie einen Giftpilz an seinem Geschmack identifizieren können. In diesem Fall wäre es ja theoretisch möglich nur eine minimale Menge zu verzehren, ohne dabei gleich ein tödliches Risiko einzugehen. Abgesehen davon, dass bereits Kleinstmengen für eine Vergiftung ausreichen, ist hier noch ein weiterer Denkfehler. Was viele nämlich nicht wissen: Giftpilze schmecken oftmals überraschend gut. Der Grüne Knollenblätterpilz ist hierbei keine Ausnahme. Der weltweit giftigste Pilz weist einen angenehmen nussartigen Geschmack auf. Das legt natürlich nicht gerade die Vermutung nahe, dass es sich um einen Giftpilz handelt. Lassen Sie sich also keineswegs vom Geschmack des Grünen Knollenblätterpilzes verführen. Giftpilze sollten nur anhand ihres Aussehens identifiziert werden. Ein Geschmackstest hingegen ist nicht sinnvoll und birgt die Gefahr einer tödlich verlaufenden Vergiftung.

Kaum zu glauben, dass der giftigste Pilz der Welt auch in unseren Gefilden heimisch ist. Der Grüne Knollenblätterpilz weist eine hohe Letalität auf und ist für rund 90% aller tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich. Noch dazu täuscht er uns durch seinen leckeren Geschmack und sein Aussehen. Optisch ähnelt der Giftpilz nämlich einem Wiesenchampignon. Dennoch gibt es einige markante Unterscheidungsmerkmale, mit denen jeder erfahrene Pilzsammler vertraut sein sollte/muss. Wichtig ist, dass Sie im Falle einer Pilzvergiftung unverzüglich handeln. Während der ersten Vergiftungsphase stehen die Heilungschancen noch verhältnismäßig gut. Ab Phase zwei oder drei steigt die Letalität kontinuierlich an. Trotz seiner enormen Gefährlichkeit gibt es eine Sache, die bezüglich des Giftpilzes positiv anzumerken ist. Immerhin gibt es eine erste Phase mit Vergiftungserscheinungen, wodurch die Chance besteht die Pilzvergiftung rechtzeitig zu diagnostizieren. Es gibt Pilze, die sich erst kurz vor dem Tod durch Symptome bemerkbar machen. Oftmals ist es dann aber schon zu spät.

Bildnachweise:
© awfoto
© Janis Abolins
© ecelop

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