Das Messie-Syndrom – wenn Menschen in Müll versinken

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Neben dem Horten von Gegenständen ist auch ein Horten von Haustieren möglich. Besonders häufig werden dabei Katzen gehortet. Messies, die unter dieser Form des zwanghaften Verhaltens leiden, haben nicht selten dutzende von Katzen in ihrem Haus. In diesem Artikel möchten wir näher auf das Messie-Syndrom eingehen.

Raus aus dem Müll und zurück ins Leben: Neuanfang durch Entrümpelung

Messies kommen von alleine nur schwer aus ihrer Situation heraus. Manchmal ist es jedoch möglich das Problem durch eine Entrümpelung zu beseitigen. Auf diese Weise bekommen die Betroffenen gewissermaßen die Chance für einen Neuanfang. Verlässliche Entrümpelungsdienste gibt es in jeder größeren deutschen Stadt. Sie können beispielsweise über Branchenbücher oder das Internet ausfindig gemacht werden. Wenn Sie also jemanden kennen, der unter dem Messie-Syndrom leidet, könnten Sie ihm auf diese Weise möglicherweise helfen.  Allerdings sollten Sie das nur tun, wenn die oder der Betroffene Ihnen hierfür auch ihr/sein Einverständnis gibt. Neben einer Entrümpelung sollte unbedingt eine psychotherapeutische Behandlung in Erwägung gezogen werden. Im Grunde sollte das ohnehin der erste Schritt sein, um ein Messie-Syndrom anzugehen. Gehen Sie jedoch stets taktvoll und verständnisvoll mit einem betroffenen Menschen um. Dieser weiß in vielen Fällen nicht einmal, dass er krank ist und Hilfe benötigt. Wertloses wird von den meisten Messies durchaus als kostbar wahrgenommen.

 

Weitere Symptome des Messie-Syndroms

Das zwanghafte Horten von Gegenständen und Tieren ist im Grunde das, was mit dem Messie-Syndrom in Verbindung gebracht wird. Allerdings gibt es noch weitere Symptome, die im Zuge der Erkrankung auftreten können. Wir haben Ihnen hier eine kleine Liste mit Symptomen zusammengestellt. Sollte eine Ihnen bekannte Person durch mehrere dieser Verhaltensweisen auffallen, sollten Sie überlegen einen Termin beim Psychotherapeuten zu vereinbaren. Bereits ein klärendes Gespräch kann helfen, damit der Messie bereit ist sich helfen zu lassen.

 

Symptomatik von Messies:

  • Zwanghaftes Sammeln von Tieren oder wertlosen/verbrauchten Gegenständen
  • Gefühl von Druck und Hilfslosigkeit
  • Probleme mit Pünktlichkeit und zeitlicher Organisation
  • Hygienische Probleme und extreme Unordentlichkeit
  • Handlungsblockaden in wichtigen Situationen
  • Versäumen von alltäglichen sozialen Verpflichtungen
  • Einschränkungen im sozialen Leben
  • Schwierigkeiten Prioritäten zu setzen
  • In manchen Fällen Tendenzen zum Perfektionismus

 

Ursachen für das Messie-Syndrom

Es gibt einige potentielle Ursachen, die ein Messie-Syndrom hervorrufen können. Eine der häufigsten ist das Verlassenwerden von angenehmen Dingen. Viele Messies verbinden mit bestimmten Gegenständen eine schöne Erinnerung. Das können unter anderem kleine Geschenke sein. Für einen Messie, der in seiner Vergangenheit nur wenig Bestätigung und Zuneigung bekam, können solche Gegenstände einen unvorstellbaren Wert entwickeln. Daher wird alles, was mit einer angenehmen Erfahrung verbunden wird, gehortet. Eine Entsorgung dieser Gegenstände würde zu einem Verlassenwerden führen. Der Messi würde die angenehmen Erinnerungen in seinem Leben verlieren.

Doch auch infolge von Traumata kann das Messie-Syndrom auftreten. Die Betroffenen wurden hier von einem Schicksalsschlag aus der Bahn geworfen. Dadurch kam es zu einer Anpassungsstörung. In solchen Fällen kann die Aufarbeitung des traumatischen Erlebnisses helfen. Manchmal ist die Ursache für ein Messie-Syndrom allerdings nicht ganz so komplex. Möglicherweise ist der Messie einfach nur extrem geizig und sieht es daher nicht ein, warum er sich von gewissen Gegenständen trennen sollte. Schließlich könnte er diese zu einem späteren Zeitpunkt ja doch noch gebrauchen. Sie einfach wegzuschmeißen wäre daher Verschwendung.

Das Messie-Syndrom kann übrigens auch in Zusammenhang mit anderen psychischen Erkrankungen auftreten. Einige Fachleute vertreten sogar die Annahme, dass das Messie-Syndrom eine Variante der ADHS-Störung ist. Weitere psychische Erkrankungen, die oft in Verbindung mit dem Messie-Syndrom gebracht werden, sind Depressionen, Persönlichkeitsstörungen und Zwangskrankheiten. Für den Fall, dass diese (oder eine andere) psychischen Erkrankungen die Ursache bilden, kann deren Behandlung automatisch zur Heilung des Syndroms führen. In jedem Fall kann eine Diagnose nur durch einen Psychotherapeuten gestellt werden.

Das Messie-Syndrom ist eine zwanghafte Erkrankung, die das Leben der Betroffenen immens beeinträchtigen kann. Viele Messies verlieren den Bezug zur Realität und kommen nur noch schwer mit ihrem alltäglichen Leben zurecht. Dennoch lässt sich häufig beobachten, dass Messies nach außen hin ein gutes Erscheinungsbild an den Tag legen. Selbst ein Hang zum Perfektionismus ist möglich. So oder so sollte das Messie-Syndrom immer ernstgenommen werden. Wenn Sie selbst darunter leiden könnten oder einen Menschen in Ihrer Umgebung kennen, der es tut – professionelle Hilfe und eine Entrümpelung sind der einzige Weg!

Das Messie-Syndrom – wenn Menschen in Müll versinken
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